


Mitte des 19. Jahrhunderts litt Berlin unter katastrophalen hygienischen Bedingungen. Ohne zentrale Wasserversorgung und Kanalisation gelangten Fäkalien, Schmutzwasser und Abfälle ungefiltert in offene Rinnsteine, wo sie verrotteten und Krankheiten förderten. Um die Gesundheitskrise zu lösen, setzte eine Deputation unter Leitung von Rudolf Virchow und James Hobrecht 1867 ein umfassendes Kanalisationsprojekt auf. Hobrecht entwarf ein System aus zwölf Radialsystemen mit Pumpwerken, die Abwasser über Druckrohre auf großflächige Rieselfelder leiteten.
Mit dem ersten Spatenstich 1873 begann der Aufbau dieses Systems, das Berlin in eine hygienisch moderne Großstadt verwandelte. Hobrechtsfelde wurde damit zu einem zentralen Gesundheitsprojekt, das Krankheiten eindämmte, Wasserqualität verbesserte und Millionen Berliner:innen vor den Folgen unkontrollierter Abwasserentsorgung schützte. Der Ort erhielt 1908 zu Ehren des Stadtbaurates James Hobrecht seinen heutigen Namen.
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